Zungenpiercing

Zungenpiercing

Zungenpiercing

Beim Zungenpiercing können auch mehrere Piercings neben- oder hintereinander sowie an den Seiten, am Zungenbändchen und horizontal angebracht werden.

Das Durchbohren von Haut oder Knorpel ist ein traditionelles Verfahren, welches schon seit mehreren Jahrzehnten praktiziert wird. Das beliebte Zungenpiercing erreichte die westliche, moderne Kultur jedoch erst Ende des 20. Jahrhunderts. Vor dem Piercen sollten Sie einiges beachten und ein professionelles Piercingstudio ausfindig machen.

Mögliche Positionen und der Vorgang des Stechens

Als Zungenpiercing wird im Allgemeinen ein vertikal durch die Zungenmitte gestochenes Piercing bezeichnet. Den eigenen Vorstellungen entsprechend können auch mehrere Piercings neben- oder hintereinander sowie an den Seiten, am Zungenbändchen und horizontal angebracht werden. Auch ein Oberflächenpiercing mit Ein- und Ausstichstelle auf der Zungenoberseite ist möglich. Das Stechen erfolgt meist im Sitzen, dadurch wird Kreislaufproblemen entgegengewirkt und zugleich dem Piercer das Einsetzen erleichtert. Damit Ihr Zungenpiercing an der gewünschten Stelle sitzt, wird die Einstichstelle markiert, Sie können so vorab die Position kontrollieren. Anschließend wird die Zunge mithilfe einer Klemmzange fixiert und mit einem peripheren Venenkatheter durchstochen.

Mögliche Risiken des Zungenpiercings

Grundsätzlich stellen alle Piercingarten eine Infektionsgefahr dar, doch das Zungenpiercing kommt permanent mit Speichel und Nahrung in Berührung, weshalb Infektionen, Schmerzen, erhöhter Speichelfluss, Schwellungen, Ödeme sowie Zahnfleischverletzungen und stärkere Blutungen nach dem Stechen häufiger auftreten. Ein verbreitetes Problem stellen auch Verletzungen der Zähne sowie des Zahnschmelzes dar. Achten Sie darauf, das Zungenpiercing nicht mit den Zähnen festzuhalten, vermeiden Sie es, am Schmuck zu ziehen und lassen Sie das Zungenpiercing nicht gegen die Zähne knallen! Anderenfalls könnten Zahnecken abbrechen, der Zahnschmelz stark beschädigt werden oder es bilden sich unschöne Lücken zwischen den Zähnen. Ein anderes Risiko besteht durch den stellenweisen Verlust der Geschmacksnerven. Die Zunge durchziehen sehr viele Geschmacksnerven, beim Piercen können punktuelle Beschädigungen auftreten, was zum Verlust oder zur Minderung einer Geschmacksrichtung führen kann. Zwar ist es recht selten, dass der gesamte Geschmackssinn verloren geht, selbst die stellenweise Beeinträchtigung ist nicht häufig, dennoch sollten Sie sich des Risikos bewusst sein.

Zungenpiercing
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Der Heilungsprozess des Zungenpiercings

Innerhalb der ersten drei bis acht Tage kann es zu Schwellungen und damit verbundenen Beeinträchtigungen der Zungenbewegung sowie des Sprechens kommen. Während das Zungenpiercing abheilt, sollten Sie für etwa zwei Wochen auf Alkohol, Nikotin, Milchprodukte sowie säurehaltige Säfte und Früchte verzichten. Auch zu heiße oder scharfe Gerichte und Getränke sollten gemieden werden, da dies zu einer unnötigen Reizung des Stichkanals führt. Kräutertees wie Salbei- oder Kamillentee sowie Eiswürfel können in den ersten Tagen Linderung gegen die Schwellung verschaffen. Weiche, breiige Nahrung verursacht im Übrigen weniger Schmerzen beim Kauen, als feste. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass ein Zungenbarbell in Überlänge als Erstpiercing gewählt wird, dieser verringert den Druck auf die Wunde und unterstützt den Heilungsprozess.

 

Das Zungenpiercing im Laufe der Geschichte

In den 1990er Jahren erhielten gleich mehrere Piercingarten Einzug in die westlichen Kulturkreise. Unter anderem spielte die Popkultur dabei eine wesentliche Rolle. Doch bereits viele Jahrzehnte zuvor wurde das Durchbohren der Zunge als religiöses Ritual durchgeführt, der Schmuck wurde jedoch ausschließlich während einer Zeremonie, Reinigung oder Opfergabe getragen und blieb nicht dauerhaft im Mund. Ein ähnliches Beispiel beschreibt das 'Fest der neun Kaisergötter' in Thailand, bei dem während einer Götterbeschwörung Äste, Schwerter usw. durch die Zunge gestochen werden.